Nach dem Fotografieren ist vor dem Bearbeiten. Kein halbwegs vernünftiges Foto entsteht heute noch ausschließlich in der Kamera. Nachbearbeitung ist für ein Foto aus der DSLR heutzutage Pflicht. Dementsprechend kommt man heute nicht mehr ohne Equipment aus, das mit aktueller Hardware und Software ausgestattet ist. Auf den folgenden Zeilen stelle ich euch meine Ausrüstung für die Fotobearbeitung vor.

Alienware 13 R3

Nachdem ich längere Zeit mit einem abwechselnd mit einem recht schwachen 2-in-1 Convertable Notebook und primär einem Dell Precision T3610 gearbeitet habe (siehe unten), habe ich mich im Oktober 2018 dazu entschlossen, die beiden Geräte durch ein High-End-Notebook von Alienware zu ersetzen. Das Alienware 13 kombiniert für mich die Mischung aus Mobilität und Performance der beiden vorherigen Geräte; es ist klein und trotzdem leistungsstark.

  • Prozessor: Intel Core i7-7700HQ 4C/8T 2.8-3.8 GHz
  • Arbeitsspeicher: 16 GB DDR4 2.666 MHz
  • Grafik: Nvidia GeForce GTX 1060, 6GB DDR5
  • Display: 13.3" OLED Touch Display QHD 2560x1440
  • Audio: Realtek ALC3266 High-Definition Audio
  • LAN: Killer 1550 10/100/1000 Ethernet
  • WLAN: Killer 1550 802.11ac 2x2
  • Bluetooth: Killer 1550 Bluetooth 5.0
  • SSD 1: Samsung 970 Evo 250 GB NVMe M.2 (nachgerüstet)
  • SSD 2: Toshiba 2280 Series 512 GB NVMe M.2
  • Webcam: Tobii Eye-Tracking Kamera
  • Akku: 8 Zellen Lithium-Ionen Akku, 76 wH

Sony KDL-55HX755

Der KDL-55HX755 von Sony ist eigentlich ein Fernsehgerät und in meinem Wohnzimmer platziert. Fernseher sind natürlich für Fotobearbeitung nicht die optimale Lösung, aber weil ich einfach nicht unendlich Platz in der Wohnung habe, habe ich mich dazu entschlossen, trotzdem auf einem Fernsehgerät zu arbeiten. Um dennoch möglichst optimale Voraussetzungen für die Bildbearbeitung zu haben, habe ich das Gerät zuerst über die eigenen Einstellungen kalibiert und im Anschluss das Ergebnis über den Dell Precision noch optimiert mit dem Spyder5 Color Calibrator. Ein weiterer Vorteil der "TV-Lösung" ist, dass ich die Bilder in angenehmer Position von der Couch aus bearbeiten und dank Picture-and-Picture gleichzeitig noch Fernsehen schauen kann.

Microsoft Wireless Display Adapter v2

Den Wireless Display Adapter nutze ich zur kabellosen Bildübertragung vom Notebook auf den Sony TV. Im Gegensatz zu den meisten anderen Miracast Adaptern hat das Modell von Microsoft eine sehr geringe Latenz, sodass sich damit Bilder auf dem TV problemlos und nahezu ohne Übertragungsverzögerung bearbeiten lassen.

Datacolor Spyder5PRO+

Mit dem Spyder5PRO kalibriere ich alle Monitore, an denen ich Fotos bearbeite. Das ist z.B. das Display des Alienware 13 und mein Sony TV, an den ich das Notebook-Display mit Hilfe des Wireless Display Adapters streame. Innerhalb weniger Minuten kalibriert der Sypder den entsprechenden Monitor und erstellt eine passende Profildatei, die von der Spyder Software nach dem Starten in die Grafikkarte geladen wird. Das "+" im Titel ist übrigens nur ein Software-Upgrade mit mehr Funktionen und hat mit dem Kalibrator selbst nichts zu tun.

Adobe Lightroom

Obwohl ich die Abo-Politik von Adobe nicht so toll finde, habe ich mich nach einigen Tests für Lightroom als RAW-Entwickler entschieden. Mit ein bisschen Tricksen ist das Abo relativ günstig zu erhalten. Mein Tip hierzu: Legt euch eine Adobe ID an, bei der ihr als Land "USA" auswählt und kauft ein Jahresabo bei einem Amerikanischen Händler (Amazon.com hat auch in regelmäßigen Abständen Aktionsangebote). Falls es der Händler erfordert (z.B. Amazon.com), könnt ihr euch bei Postdiensten wie z.B. AmForward eine kostenlose US-Anschrift zulegen. So bin ich an ein Fotografie-Jahresabo für 99$ statt 142€ gekommen.

Blackmagic Design DaVinci Resolve

Zur Bearbeitung meiner Videos nutze ich primär DaVinci Resolve von Blackmagic Design. Die Software gibt es u.a. in einer Freeware-Variante, mit der dennoch viele Tasks bereits abgedeckt sind, darunter Farbkorrektur, Transformationen und Schnitte.

GoPro Quik Desktop

Neben DaVinci Resolve, nutze ich für die Videos der GoPro die Software des Kameraherstellers. Sie beinhaltet u.A. GoPro Studio, mit der man ebenfalls Videos z.B. schneiden und aus Sequenzen zusammenfügen kann.

DJI Assistant 2

Wie bei der GoPro nutze ich auch für die Videos der DJI Drohne zusätzlich zu DaVinci Resolve bei Bedarf die Software des Herstellers.

SyncBackPro

Der wohl größte Nachteil von Adobe Lightroom ist, dass man den Katalog nicht auf ein Netzlaufwerk legen kann, um mit mehreren PCs zu arbeiten. Sicher gibt es im Internet eine Menge Lösungen, wie man das dann doch hinbiegt, indem man dem System vorgaukelt, das Netzlaufwerk wäre lokal. Das ist aber einerseits eine Bastellösung und andererseits ist der Katalog auf einem Notebook mobil nicht nutzbar - er ist ja auf einem Netzlaufwerk. Um dieses Problem zu beheben arbeite ich mit SyncBackPro. Die Software synchronisiert mir den Lightroom Katalog und die Presets vor der Bearbeitung vom Netzlaufwerk auf mein lokales Laufwerk und nach der Bearbeitung wieder zurück. Dadurch ist es recht einfach möglich, einerseites abwechselnd an 2 Geräten zu arbeiten und andererseits im Falle eines PC-/Notebook-Tauschs den Stand des alten Geräts auch auf dem neuen Geräte wieder herzustellen. 

Da ich besonders Wert auf die Datenintegrität und weniger auf Performance lege, hab ich die folgenden Einstellungen im Sync-Profil vorgenommen:

  • Type: SmartSync
  • Copy/Delete -> File copying method: Standard Windows file copying
  • Copy/Delete -> Verify that files are copied correctly
  • Copy/Delete -> Advanced -> Make safe copies
  • Copy/Delete -> Advanced -> Force the file modification date & time to be correct
  • Copy/Delete -> Advanced -> Copy file creation date & times

ersetzt: Dell Precision T3610

Zwischen April 2017 und Oktober 2018 habe ich für die Fotobearbeitung eine gebraucht gekaufte Dell Precision T3610 Workstation verwendet. Das ursprünglich darin verbaute DVD Laufwerk hab ich gegen ein vorhandenes BluRay Laufwerk getauscht. Zusätzlich habe ich noch einen ebenfalls bereits vorhandenen 2.5" Wechselrahmen eingebaut, um meine SSDs darin zu verbauen und zwischen mehreren Systeminstallationen wechseln zu können - der Computer hat neben der Fotobearbeitung noch als Gaming-Workstation gedient.

Hier die Komponenten im Detail:

  • Workstation: Dell Precision T3610, ca. 550,-€
    • Prozessor: Intel Xeon E5-2670 2.6 GHz 8C/16T
    • Arbeitsspeicher: 32GB DDR3
    • Grafikkarte: NVIDIA Quadro 2000 PCI Express, 1GB GDDR5, 192 PPCs, 1*DVI+2*DisplayPort
  • Massenspeicher: OCZ Vertex 450 128GB SSD, ca. 110,-€; für System, Software & Lightroom Katalog
  • Wechselrahmen: IcyDock ToughArmor MB411SPO-B, ca. 32,-€; zum Wechsel der Systemdisk
    • Zusatzhalterung für HDDs/SSDs: IcyDock MB992-B, ca. 16,-€ pro Stück; zum Einschub in den Wechselrahmen
  • Optisches Laufwerk: Panasonic UJ-141 BluRay Laufwerk, ca. 50,-€
  • Maus: Logitech G700S Wireless Gaming Lasermouse, ca. 110,-€
  • Tastatur: Logitech Wireless Keyboard K360, ca. 45,-€
  • Adapter: DisplayPort-auf-HDMI-Adapter, ca. 10,-€; zum Anschluss des PCs an den TV